Alertswiss Blog 2025-12-22T10:03:33Z https://blog.alertswiss.ch/de/feed/atom/ WordPress Alertswiss Redaktion <![CDATA[Verheerendes Erdbeben in Myanmar: Koordination internationaler Hilfe vor Ort]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=48655 2025-12-22T10:03:33Z 2025-12-22T10:03:32Z Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat Myanmar schwer getroffen und tausende Menschenleben gefordert. Die Rettungskräfte stehen vor enormen Herausforderungen: Zerstörte Infrastruktur, schwierige politische Bedingungen und mangelnde Ressourcen erschweren die Hilfe. Sowohl lokale Bevölkerungsschutz-Einheiten als auch internationale Hilfsteams setzen alles daran, Überlebende zu bergen und die humanitäre Krise zu bewältigen. Am 28. März 2025 erschütterte ein...

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Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat Myanmar schwer getroffen und tausende Menschenleben gefordert. Die Rettungskräfte stehen vor enormen Herausforderungen: Zerstörte Infrastruktur, schwierige politische Bedingungen und mangelnde Ressourcen erschweren die Hilfe. Sowohl lokale Bevölkerungsschutz-Einheiten als auch internationale Hilfsteams setzen alles daran, Überlebende zu bergen und die humanitäre Krise zu bewältigen.

Am 28. März 2025 erschütterte ein Erdbeben mit einer Magnitude von 7,7 Myanmar und verursachte erhebliche Zerstörungen, insbesondere in der Region um Sagaing und Mandalay. Die Zahl der Todesopfer wird auf über 3500 geschätzt [Stand 08.04.2025], wobei tausende weitere Menschen verletzt wurden oder ihr Zuhause verloren haben. Auch die umliegenden Länder verzeichnen Schäden und Todesopfer, wie beispielsweise Bangkok (Thailand) und die südchinesische Provinz Yunnan. Bangkok liegt auf weichen Sedimenten, was die Erschütterungen verstärkte und zu Schäden führte.

Reaktion des lokalen Bevölkerungsschutzes

Nach dem Erdbeben wurde sofort der nationale Notstand in Myanmar ausgerufen. Die lokalen Behörden und Rettungskräfte stehen bei der Bewältigung der Katastrophe vor enormen Herausforderungen. Beschädigte Infrastruktur, wie zerstörte Brücken und Strassen, erschwert den Zugang zu den betroffenen Gebieten und behindert die Lieferung von Hilfsgütern. Die medizinische Versorgung ist ebenfalls beeinträchtigt, da drei Kliniken komplett zerstört sind und einige Spitäler beschädigt wurden. Die Katastrophe ereignet sich zu einem Zeitpunkt, zu dem das Land bereits mit einer politischen und humanitären Krise konfrontiert ist, was die Rettungs- und Bewältigungsbemühungen schwierig gestaltet; seit 2021 herrscht in Myanmar Bürgerkrieg.

Internationale Unterstützung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach dem starken Erdbeben die höchste Alarmstufe ausgerufen. Bei einem solchen Notfall der Stufe 3 löst die UNO-Behörde umfangreiche Hilfsmassnahmen aus, wie beispielsweise die Bereitstellung medizinischer Hilfsgüter an Spitäler. Die Herausforderung besteht darin, das Material dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird. Dazu ist man auf die Informationen der lokalen Einsatzkräfte angewiesen. Dank der Erfahrungen nach dem schweren Erdbeben 2023 in der Türkei und in Syrien ist bekannt, welches Material vorrangig geliefert werden muss (z. B. zur Versorgung von Verletzungen wie Knochenbrüchen). Diverse Länder weltweit leisten zudem finanzielle und personelle Unterstützung, wie beispielsweise China, Indien, USA, usw. Auch die Schweiz hat drei Experten des Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) zur Lagebeurteilung entsandt und unter anderem Hygienekits bereitgestellt.

Lehren für den Schweizer Bevölkerungsschutz

Das verheerende Erdbeben in Myanmar zeigt, wie wichtig eine (international) gut koordinierte und schnelle Reaktion im Katastrophenfall ist. Für den Schweizer Bevölkerungsschutz lassen sich daraus mehrere wichtige Erkenntnisse ableiten, unter anderem:

Verhalten und Resilienz der Bevölkerung fördern: Nach einem schweren Erdbeben bleibt die Gefahr bestehen. Viele Leute verweilen in riskanten Gebieten, etwa in der Nähe einsturzgefährdeter Gebäude – ein grosses Risiko angesichts möglicher Nachbeben. Gleichzeitig sind es oft lokale Helferinnen und Helfer, die in den ersten Stunden nach der Katastrophe eine entscheidende Rolle bei der Erstversorgung spielen. Die Schweiz investiert daher in die Sensibilisierung der Bevölkerung, damit diese weiss, wie sie sich nach einem starken Erdbeben verhalten soll, sowie in moderne Kommunikationssysteme für eine schnelle Informationsverbreitung. Gleichzeitig muss das Freiwilligenmanagement koordiniert erfolgen, um Helfende nicht zu gefährden.

Einsatz von Technologie optimieren: In Myanmar werden Drohnen und Satellitenbilder genutzt, um zerstörte Gebiete zu kartieren und Rettungseinsätze zu koordinieren. Bereits heute setzen Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes vereinzelt Drohnen ein. Das Potential muss aber noch weiter ausgebaut werden.

Logistische Herausforderungen berücksichtigen: Das Erdbeben hat gezeigt, wie stark zerstörte Infrastruktur die Rettungsmassnahmen behindern kann. In der Schweiz trägt die Schadensorganisation Erdbeben (SOE) dazu bei, dass beschädigte Gebäude möglichst rasch und effizient überprüft werden können.

Internationale Kooperation stärken: Die effektive Zusammenarbeit zwischen lokalen Einsatzkräften und internationalen Rescue Teams verdeutlicht die Bedeutung gut geplanter internationaler Hilfe. Die Schweiz stärkt ihre Beteiligung an globalen Katastrophenschutz-Netzwerken laufend und optimiert Notfallprotokolle für eine noch schnellere Einbindung von Experten und Hilfsgütern aus dem Ausland in die Ereignisbewältigung in der Schweiz.

Den gesamten Artikel des BABS-Magazins finden Sie hier.

Bild: Menschen reinigen nach dem Erdbeben Trümmer von beschädigten Gebäuden. (AP Photo)

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Alertswiss Redaktion <![CDATA[#BSK25 : Megatrends und Erdbebenresilienz – Wie beeinflussen Megatrends den Bevölkerungsschutz?]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=49354 2025-12-03T08:28:45Z 2025-12-02T13:37:41Z Am 25. November 2025 hat in Biel die Bevölkerungsschutzkonferenz 2025 stattgefunden. Die Veranstaltung widmete sich zwölf globalen Megatrends – darunter die künstliche Intelligenz, Big Data und Drohnen – sowie deren potenzieller Nutzung bei der Erdbebenvorsorge und -bewältigung in der Schweiz. Mehr als 300 Personen folgten den Referentinnen und Referenten aus Wissenschafts- und Fachkreisen. Die Pausen...

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Am 25. November 2025 hat in Biel die Bevölkerungsschutzkonferenz 2025 stattgefunden. Die Veranstaltung widmete sich zwölf globalen Megatrends – darunter die künstliche Intelligenz, Big Data und Drohnen – sowie deren potenzieller Nutzung bei der Erdbebenvorsorge und -bewältigung in der Schweiz. Mehr als 300 Personen folgten den Referentinnen und Referenten aus Wissenschafts- und Fachkreisen. Die Pausen boten Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung unter den Teilnehmenden.

Globale Megatrends wie Digitalisierung, Urbanisie­rung oder künstliche Intelligenz verändern die Art und Weise, wie der Bevölkerungsschutz auf Ereig­nisse reagiert und sich darauf vorbereitet. Diese Megatrends bieten Chancen, stellen jedoch auch Herausforderungen dar, die je nach geografi­schem, wirtschaftlichem und sozialem Kontext va­riieren. Für den Bevölkerungsschutz in der Schweiz bedeutet dies, globale Entwicklungen an nationale und regionale Gegebenheiten anzupassen.

Die Auseinandersetzung mit diesen Trends hilft, den Bevölkerungsschutz proaktiv auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten und innova­tive Lösungen zu integrieren, um die Resilienz der Schweiz gegenüber Gefährdungen zu stärken. In einer schweizweiten Initiative wurden zwölf Mega­trends als besonders relevant für den Bevölke­rungsschutz in den kommenden Jahren identifiziert: Anpasung an den Klimawandel, Sozialer und demographischer Wandel, Urbanisierung und Metropolisierung, geopolitische Polarisierung, Wachsende Versorgungsabhängigkeit, kollaborative Ansätze, konvergenten Technologien, Digitalisierung, Hyperkonnektivität, Big Data und künstliche Intelligenz, unbemannte Systeme und autonome Robotik, weltraumgestützte Fähigkeiten.

Hier finden Sie die vollständige Broschüre zur #BSK25:

Die Medienmitteilung des BABS finden Sie hier.

Hintergrundinformationen zur Nationale Risikoanalyse von Katastrophen und Notlagen des BABS finden Sie hier.

Weiterführende Angaben zur nationalen Vorsorgeplanung Erdbeben des BAFU finden Sie hier.

Hier finden Sie Informationen zum Erdbebenmodell des SED.

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Alertswiss Redaktion <![CDATA[Künstliche Intelligenz im Krisenstab – mehr Trumpf als Revolution]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=49234 2025-11-24T07:55:05Z 2025-11-24T07:53:57Z Kann künstliche Intelligenz (KI) die Stabsarbeit revolutionieren? Die im Rahmen des CAS «Krisenmanagement und Organisationale Resilienz» an der Hochschule Luzern durchgeführte Übung INTELLIGENZA zielte darauf ab, Chancen und Herausforderungen des KI-Einsatzes in der Stabsarbeit zu analysieren. Dabei hat sich gezeigt, dass KI zweckmässig sein kann, ihre Integration in den Stab jedoch ohne jegliche Ausbildung oder...

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Kann künstliche Intelligenz (KI) die Stabsarbeit revolutionieren? Die im Rahmen des CAS «Krisenmanagement und Organisationale Resilienz» an der Hochschule Luzern durchgeführte Übung INTELLIGENZA zielte darauf ab, Chancen und Herausforderungen des KI-Einsatzes in der Stabsarbeit zu analysieren. Dabei hat sich gezeigt, dass KI zweckmässig sein kann, ihre Integration in den Stab jedoch ohne jegliche Ausbildung oder gar ohne Zutun des Menschen keinen praktischen Nutzen hat.

Ein Blackout als Testfeld

Stellen Sie sich vor: Ein landesweiter Stromausfall. Die Nationale Alarmzentrale (NAZ) muss in kürzester Zeit die Lage beurteilen und Massnahmen planen. Genau dieses Szenario stand im Zentrum der Übung INTELLIGENZA, die im Rahmen des CAS «Krisenmanagement und Organisationale Resilienz» an der Hochschule Luzern (HSLU) durchgeführt wurde. Zwei Gruppen widmeten sich derselben Lage – eine ohne Hilfe von KI, die andere unterstützt von Tools wie ChatGPT und Perplexity.

KI liefert Tempo, aber keine verlässliche Effizienz

Die KI-Gruppe konnte Informationen schneller aufbereiten und neue Blickwinkel einbringen. Aber es zeigte sich auch, dass ungeschulte Teams viel Zeit für den Einsatz dieser Tools verlieren. Überdies hängen die Ergebnisse stark von der Qualität der Prompts ab und bedürfen immer einer kritischen Überprüfung. Parallel mit mehreren KI-Systemen zu arbeiten, erschwerte zudem die Kommunikation innerhalb der Gruppe.

Ohne treibenden Geist geht es nicht

Die Gruppe ohne KI arbeitete ruhiger, routinierter und produzierte qualitativ belastbare Resultate. Allerdings kostete die herkömmliche Informationsverarbeitung mehr Zeit. Der Vergleich macht deutlich, dass KI zwar die Arbeit bereichern und beschleunigen kann – etwa bei der Verarbeitung grosser Informationsmengen –, das Erfahrungswissen, die Intuition und die Interaktion von Menschen aber nicht ersetzt.

Was braucht es jetzt?

Damit KI in der Stabsarbeit wirkungsvoll eingesetzt werden kann, sind diverse Bedürfnisse zu erheben und einzubeziehen:

– Ausbildung und Forschung: Alle Stabsmitarbeitenden sollten Grundkenntnisse im Umgang mit KI erwerben. Parallel dazu liessen sich praxisnahe Forschungsprojekte verwirklichen.

– Organisation: Stäbe sollten KI-Tools in ihr Repertoire integrieren und in ihr Organigramm die Rolle einer KI-Spezialistin oder eines KI-Spezialisten aufnehmen.

– Rahmenbedingungen: Um einen verantwortungsvollen und sachgerechten Einsatz von KI zu gewährleisten, sind Standards und klare rechtliche Grundlagen zu schaffen.

– Internationale Partner: Erfahrungen anderer Länder und der Austausch mit ihnen tragen dazu bei, Fortschritte beim Einsatz von KI-Tools im besonderen Umfeld der Stabsarbeit abzusichern.

Fazit

KI hat das Potenzial, die Stabsarbeit effizienter und vielseitiger zu machen, vorausgesetzt, die Nutzerinnen und Nutzer wissen sie passend einzusetzen. Für die Praxis bedeutet das: Je früher wir lernen, mit KI verantwortungsvoll umzugehen, desto besser sind wir für die Krisen von morgen gerüstet.

Dieser Beitrag beruht auf einer Zusammenfassung, die auf der HSLU-Website veröffentlicht wurde und hier abrufbar ist: https://blog.hslu.ch/ibrweiterbildung/2025/11/21/ki-im-notfall-und-krisenstab-eine-sinnvolle-ergaenzung/

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Alertswiss Redaktion <![CDATA[Cyberbedrohungen neu auch über Alertswiss]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=49245 2025-11-13T10:17:09Z 2025-11-13T10:17:09Z Ab sofort können Bevölkerung und Unternehmen über Alertswiss vor schwerwiegenden Cyberbedrohungen gewarnt werden. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) haben ihre Zusammenarbeit verstärkt. Neu werden auch Cyberwarnungen in die Alertswiss-App und Web-Plattform integriert. Bei einem grossflächigen Cyberangriff können die ersten Stunden und präventive Schutzmassnahmen entscheidend sein. Daher haben das BACS...

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Ab sofort können Bevölkerung und Unternehmen über Alertswiss vor schwerwiegenden Cyberbedrohungen gewarnt werden. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) haben ihre Zusammenarbeit verstärkt. Neu werden auch Cyberwarnungen in die Alertswiss-App und Web-Plattform integriert.

Bei einem grossflächigen Cyberangriff können die ersten Stunden und präventive Schutzmassnahmen entscheidend sein. Daher haben das BACS und das BABS ihre Zusammenarbeit für die Warnung vor Cyberbedrohungen intensiviert. Das BACS wird künftig neben den bereits etablierten Kanälen neu auch über Alertswiss warnen, wenn neuartige oder grossflächige Cyberangriffe die Bevölkerung oder Unternehmen gefährden: Warnungen vor schwerwiegenden Cyberbedrohungen neu auch über Alertswiss

Ansicht einer möglichen Cyberwarnung des BACS via Alertswiss, basierende auf einem Fallbeispiel vom November 2024

Direkter Kanal zur Bevölkerung

Im Ernstfall ist es besonders wichtig, die betroffene Bevölkerung schnell und möglichst direkt zu erreichen. Auf Alertswiss fliessen die relevanten Informationen bei Ereignissen in der Schweiz zusammen: eine Informationsdrehscheibe, die Leben schützen und retten kann. Mit der Alertswiss-App wird die Bevölkerung über unterschiedliche Gefahren wie direkt über das Smartphone alarmiert, gewarnt und informiert.

Seit Lancierung im Oktober 2018 wurde die Alertswiss-App inzwischen auf mehr als 2.3 Millionen Geräten installiert. Jährlich werden rund 300 Alertswiss-Meldungen von den für die Ereignisbewältigung zuständigen Behörden publiziert.

Für den Betrieb und die Infrastruktur der Alertswiss-App und -Webseite ist das BABS verantwortlich. Die Meldungen werden von den für die Ereignisbewältigung zuständigen Stellen herausgegeben. In den meisten Fällen sind dies die Kantone bzw. die Kantonspolizeien, auf Stufe Bund sind es die Nationale Alarmzentrale der BABS, fedpol und neu das BACS.

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Alertswiss Redaktion <![CDATA[Stärkung des UN-Generalsekretärsmechanismus: Schweizer Beitrag zur globalen Sicherheit]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=48592 2025-11-05T14:41:52Z 2025-11-05T14:41:51Z Das Labor Spiez engagiert sich tatkräftig für die Verbesserung eines wichtigen UN-Instruments zur Untersuchung mutmasslicher Einsätze biologischer Waffen. Mit internationalen Workshops und Übungen leistet die Schweiz einen Beitrag zur Stärkung der globalen Sicherheitsarchitektur. Kurz vor Ende des Iran-Irak-Konflikts wurde 1987 der UN-Generalsekretärsmechanismus zur Untersuchung mutmasslicher Einsätze chemischer und biologischer Waffen (UNSGM) ins Leben gerufen. Dieser...

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Das Labor Spiez engagiert sich tatkräftig für die Verbesserung eines wichtigen UN-Instruments zur Untersuchung mutmasslicher Einsätze biologischer Waffen. Mit internationalen Workshops und Übungen leistet die Schweiz einen Beitrag zur Stärkung der globalen Sicherheitsarchitektur.

Kurz vor Ende des Iran-Irak-Konflikts wurde 1987 der UN-Generalsekretärsmechanismus zur Untersuchung mutmasslicher Einsätze chemischer und biologischer Waffen (UNSGM) ins Leben gerufen. Dieser Mechanismus ermöglicht es dem UN-Generalsekretär, auf Ersuchen eines Mitgliedstaates eine Untersuchung einzuleiten, um Verstösse gegen das Genfer Protokoll von 1925 oder andere relevante Regeln des Völkergewohnheitsrechts festzustellen. Da der UNSGM keine ständige Einrichtung ist, melden UN-Mitgliedstaaten Experten und analytische Laboratorien, die bei Bedarf zur Unterstützung einer Untersuchung herangezogen werden können.

Die letzte Aktivierung des UNSGM erfolgte 2013 zur Untersuchung der Vorwürfe des Einsatzes chemischer Waffen in Syrien. Die sogenannte «Sellström Mission» bestätigte zweifelsfrei den Einsatz chemischer Waffen. Eine Schlüsselrolle kam dabei den Resultaten der analytischen Laboratorien zu. Die Erkundungsmission konnte sich hierzu auf das Labornetzwerk der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) stützen. Die designierten Laboratorien der OPCW – darunter auch das Labor Spiez – sind international akkreditiert und werden jedes Jahr strengen Qualitätskontrollen unterzogen.

Die Schweizer Initiative

Dies hat die Schweiz 2014 dazu bewogen, eine Initiative in der Form einer Workshopreihe, die «UNSGM Designated Laboratory Workshop series», zu lancieren. Diese Workshops finden jährlich in Spiez statt und werden vom Labor Spiez mit Unterstützung der Abteilung für Internationale Sicherheit (AIS) des Aussendepartements und des Staatssekretariats für Sicherheitspolitik (SEPOS) des VBS (ehemals IB V des VBS) organisiert. Mittlerweile ist die Workshopreihe ein operationeller Beitrag zur bundesrätlichen Rüstungskontroll- und Abrüstungsstrategie 2022–2025.

Die Schweizer Workshopreihe ist in den letzten 10 Jahren zu einer massgebenden Plattform zur Stärkung der Einsatzbereitschaft des UNSGM, insbesondere im Laborbereich, herangewachsen. Sie sorgt für die nötige Transparenz und ein gesteigertes Vertrauen in die wissenschaftlichen Kompetenzen, die analytischen Fähigkeiten und die Qualitätssicherungssysteme der teilnehmenden Laboratorien. Als Kernstück erweisen sich die regelmässig stattfindenden Laborübungen, die von einer zunehmenden Anzahl Ländern organisiert werden. Den Anfang machte 2017 das deutsche Robert Koch-Institut, das seither jährliche Ringversuche anbietet, welche auf die spezifischen Aspekte des UNSGM eingehen und massgeblich die Qualitätsanforderungen bestimmen und weiterentwickeln. Die Teilnahme des Labor Spiez an den Laborübungen ermöglicht die Weiterentwicklung der Methodik und den Vergleich mit führenden Laboratorien weltweit. Der anschliessende Austausch, bei dem unter anderem Probenaufarbeitungs- und Messmethodik besprochen werden, dient der kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten.

Ausblick

Zukünftige Schwerpunkte des Labor Spiez werden die Weiterentwicklung der formaljuristischen Rahmenbedingungen und die Optimierung der Schnittstellen zwischen Erkundungsmissionen und analytischen Laboratorien sein. Die Workshops in Spiez fördern eine multidisziplinäre Gemeinschaft von engagierten Laboratorien. Das Labor Spiez wird diese Plattform weiterhin anbieten und damit einen Beitrag zur Rüstungskontrolle und Abrüstung leisten.

Den gesamten Artikel des BABS-Magazins finden Sie hier.

Bild: Sitzungssaal der Vollversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier in New York. (Bild: Keystone /39SUEDEUTSCHE ZEITUNG PHOTO/MELDE PRESS)

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Alertswiss Redaktion <![CDATA[Übung SPENCER 2025: Internationale Zusammenarbeit erfolgreich erprobt]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=49113 2025-10-16T12:45:29Z 2025-10-16T12:45:29Z Im September 2025 hat die Nationale Alarmzentrale (NAZ) gemeinsam mit Partnern aus dem In- und Ausland den Ernstfall eines radiologischen Unfalls geprobt. Mit der Übung SPENCER 2025 wurden Prozesse, Zusammenarbeit und Einsatzbereitschaft überprüft – vom internationalen Hilfemechanismus der IAEA bis hin zu praktischen Feldmessungen rund um die Stadt Frauenfeld. Die Ergebnisse zeigen: Die Zusammenarbeit funktioniert...

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Im September 2025 hat die Nationale Alarmzentrale (NAZ) gemeinsam mit Partnern aus dem In- und Ausland den Ernstfall eines radiologischen Unfalls geprobt. Mit der Übung SPENCER 2025 wurden Prozesse, Zusammenarbeit und Einsatzbereitschaft überprüft – vom internationalen Hilfemechanismus der IAEA bis hin zu praktischen Feldmessungen rund um die Stadt Frauenfeld. Die Ergebnisse zeigen: Die Zusammenarbeit funktioniert grundsätzlich, einige Themen zwecks Verbesserung wurden identifiziert.

Vorbereitung auf den Ernstfall

Ein radiologischer oder nuklearer Unfall erfordert rasches Handeln. Entscheidend ist, die Lage möglichst schnell zu erfassen: Gibt es Kontamination, müssen Gebiete oder Strassen gesperrt werden, reichen die eigenen Mittel für die Erfassung der Lage und Beseitigung gefährlicher Stoffe aus?

Für diese Aufgabe unterhält die Nationale Alarmzentrale (NAZ) die Probenahme- und Messorganisation (MO). Ihre Einsatzbereitschaft wird durch regelmässige Übungen sichergestellt – ein zentraler Pfeiler des Bevölkerungsschutzes.

SPENCER 2025: Ein internationaler Ansatz

In der Übung SPENCER 2025 spielte die Schweiz ein Unfallland, das ausländische Hilfe zur Bewältigung eines fiktiven radiologischen Ereignisses benötigt. Neben den nationalen Partnern waren Teams aus Deutschland, Österreich und der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) beteiligt. Als Gerüst für die Zusammenarbeit diente der RANET-Mechanismus der IAEA, über den Mitgliedstaaten standardisierte Dienstleistungen anbieten können, welche durch ein von einem Ereignis betroffenes Land beantragt werden können.

Damit ging die Übung über die üblichen Abläufe hinaus: Es wurde nicht nur die Zusammenarbeit innerhalb der Schweiz, sondern auch die Einbindung internationaler Kräfte realitätsnah trainiert.

Zwei Phasen mit klaren Zielen

SPENCER 2025 gliederte sich in zwei Abschnitte:

  • Prozessphase (8.–19. September 2025):

In dieser Phase wurden die administrativen Abläufe – vom Hilfegesuch (Request for Assistance) über Unterstützungsangebote (Offer of Assistance) bis hin zum international koordinierten Assistance Action Plan – erfolgreich durchgespielt.

  • Einsatzphase (23.–25. September 2025):

In Frauenfeld wurde die internationale Messübung durchgeführt. Hierbei stand die praktische Zusammenarbeit im Vordergrund, einschliesslich Zollformalitäten und logistischer Aspekte.

Realistisches Szenario als Grundlage

Das Szenario basierte auf dem Absturz eines Cargo-Flugzeugs mit radioaktiven Quellen an Bord. Die Einsatzteams mussten in den Trümmern und im Feld diese Quellen lokalisieren und bergen sowie das Gelände auf mögliche Kontaminationen überprüfen.

Nationale Partner im Einsatz

Parallel zur internationalen Übung fand am 24. September die jährliche Übung der Messorganisation statt. In diesem Rahmen beteiligten sich vier nationale Partner an der Bewältungung dieses Übungsszenarios in Frauenfeld, namentlich zwei Einsatzequipen des VBS (A-EEVBS), das Kompetenzzentrum ABC-KAMIR der Armee sowie je ein Spezialistenteam des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und des Paul Scherrer Instituts (PSI). Weitere Schweizer Organisationen waren an ihren jeweiligen Standorten aktiv und wurden von der NAZ koordiniert.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Die Übung zeigte, dass die Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Fachkräften gut funktioniert. Besonders positiv fielen die kooperative Arbeitsweise aller beteiligten Parteien, der funktionierende Datenaustausch über verschiedene Plattformen und Systeme sowie die erfolgreiche Bearbeitung aller Messaufträge auf. Die positive Stimmung unter allen Teilnehmenden führte dazu, dass die Grundlagen für eine weitere, sehr erwünschte Zusammenarbeit geschaffen werden konnten.

Optimierungspotenzial wurde erkannt bei der Erfassung der Datenpunkte und der Verarbeitung und Zusammenführung der Daten in ihren unterschiedlichen Formaten. Auf dieser Grundlage können die vorhanden Prozesse und Konzepte nun weiterentwickelt werden.

Fazit und Ausblick

Mit SPENCER 2025 konnte die Schweiz ihre Einsatzbereitschaft im radiologisch-nuklearen Bereich stärken und die Zusammenarbeit mit der Notfallkoordination der IAEA und mit den radiologischen Einsatzkräften der Nachbarländer festigen. Die gesteckten Ziele – von der Prozessüberprüfung bis zur praktischen Feldübung – wurden erreicht.

Die Erkenntnisse werden nun ausgewertet und dienen als Grundlage für künftige Übungen und nicht zuletzt der Stärkung im Bereich des Kernauftrags aller Beteiligten, des Bevölkerungsschutzes.

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Alertswiss Redaktion <![CDATA[Wieso die Mehrsprachigkeit bei Alertswiss-Meldungen wichtig ist]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=49002 2025-10-07T13:01:52Z 2025-10-07T12:25:24Z Die Schweiz hat vier offizielle Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Die Mehrsprachigkeit ist somit seit jeher ein wichtiger Teil der Schweizer Identität. Gerade auch im Ereignisfall ist eine mehrsprachige Kommunikation von grösster Wichtigkeit, um möglichst viele Personen erreichen zu können. Dies betrifft auch die Meldungen, die via Alertswiss verbreitet werden. Eine mehrsprachige Schweiz benötigt...

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Die Schweiz hat vier offizielle Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Die Mehrsprachigkeit ist somit seit jeher ein wichtiger Teil der Schweizer Identität. Gerade auch im Ereignisfall ist eine mehrsprachige Kommunikation von grösster Wichtigkeit, um möglichst viele Personen erreichen zu können. Dies betrifft auch die Meldungen, die via Alertswiss verbreitet werden.

Eine mehrsprachige Schweiz benötigt mehrsprachige Meldungen
In der Schweiz leben etwas mehr als 9 Millionen Menschen, davon hat ca. 60% Deutsch als Hauptsprache, um 22% Personen sprechen Französisch. 24.4% der Bevölkerung haben angegeben, eine andere Sprache als eine offizielle Landessprache zu sprechen. Die drei am häufigsten genannten Nichtlandessprachen sind Englisch, Portugiesisch und Albanisch (Bundesamt für Statistik (BFS), Datenstand 31.12.23).

Bei wichtigen Informationen, Warnungen und Alarmen ist die Mehrsprachigkeit demzufolge unabdingbar, um einen möglichst grossen Teil der Bevölkerung mit diesen Meldungen zu erreichen. Nur mit verständlichen, zugänglichen und adressatengerechten Informationen der zuständigen Behörde kann sich die Bevölkerung im Ereignisfall richtig verhalten.
 
Alertswiss ist viersprachig verfügbar
Für die Publikation einer Alertswiss-Meldung sind die für die Ereignisbewältigung zuständigen Behörden verantwortlich. In den meisten Fällen sind dies die Einsatzzentralen der Kantonspolizeien. Diese entscheiden, in welcher Sprache die Meldungen schliesslich publiziert werden. Grundsätzlich werden vom System aber die Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch unterstützt.

Ein Mobiltelefon zeigt die Meldung als erste Priorität in der Sprache, die im Mobiltelefon voreingestellt ist (sofern deutsch, französisch, italienisch, englisch). Ist die Meldung nicht in dieser Sprache vorhanden, wird sie in der Sprache angezeigt, in der sie vom Absender verfasst wurde. Es ist ebenfalls möglich, den Text (wie in einer anderen App) aus der Alertswiss-App zu kopieren und in ein Online-Übersetzungstool einzufügen.

Der Notfallplan, wo persönliche Angaben zu Angehörigen hinterlegt werden können und Informationen zu Notvorräten zu finden sind, ist in 13 Sprachen und in Leichter Sprache verfügbar. Die Unterlagen finden Sie unter folgendem Link: Notfallplan – ALERTSWISS.
 
Multilingual über mehrere Kanäle
Nebst Mehrsprachigkeit sind weitere Faktoren für eine effektive Ereigniskommunikation zentral. Die Meldungen sollen die Bevölkerung nicht nur mehrsprachig erreichen, sondern auch auf verschiedenen Kanälen. Die Bevölkerung ist auf unterschiedlichen Kanälen unterwegs, einige Personen hören Radio, andere haben die Alertswiss-App auf ihrem Mobiltelefon installiert. Um eine möglichst grosse Anzahl von Personen zu erreichen, setzt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) auf eine vielseitige Multikanalstrategie für die Alarmierung der Bevölkerung.

Für die Zukunft hat das BABS im Jahr 2023 eine Multikanalstrategie entwickelt, die sich der künftigen Information, Warnung und Alarmierung der Bevölkerung annimmt. Dabei werden neue Technologien und das sich veränderte Medienverhalten der Bevölkerung berücksichtigt. Barrierefreiheit ist ebenfalls ein strategischer Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung der Alertswiss-Kanäle.

Mehr Informationen unter: Multikanalstrategie zur Information, Warnung und Alarmierung der Bevölkerung.

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Alertswiss Redaktion <![CDATA[Polyalert-Kurs: Ausbildung absolvieren, besser alarmieren]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=49002 2025-09-16T06:08:25Z 2025-09-16T06:08:24Z Der Fachbereich Ausbildung Bevölkerungsschutz des BABS bietet auf der Website des Eidgenössischen Ausbildungszentrums Schwarzenburg (EAZS) regelmässig zwei eintägige Ausbildungen zum Polyalert-System an. Sie sind für alle Partner des Bevölkerungsschutzes gedacht, die mit Polyalert arbeiten. Austausch mit Christian Jankiewicz, Instruktor der Ausbildung in französischer Sprache. Was ist Polyalert? Christian Jankiewicz: Polyalert ist das Schweizer System zur Alarmierung...

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Der Fachbereich Ausbildung Bevölkerungsschutz des BABS bietet auf der Website des Eidgenössischen Ausbildungszentrums Schwarzenburg (EAZS) regelmässig zwei eintägige Ausbildungen zum Polyalert-System an. Sie sind für alle Partner des Bevölkerungsschutzes gedacht, die mit Polyalert arbeiten. Austausch mit Christian Jankiewicz, Instruktor der Ausbildung in französischer Sprache.

Was ist Polyalert?
 
Christian Jankiewicz: Polyalert ist das Schweizer System zur Alarmierung und zum Kommunizieren von Ereignissen an die Bevölkerung. Seit der Entwicklung von Polyalert wird die Bevölkerung nicht mehr bloss mit Sirenen alarmiert, sondern direkt und gleichzeitig auch über andere Kanäle, darunter die neuen Informationskanäle der Behörden Alertswiss (App und Web) und die Radiokanäle von SRG-SSR via ICARO. Eingesetzt wird Polyalert insbesondere von den Partnern des Bevölkerungsschutzes auf Kantonsebene, vor allem den kantonalen Polizeikorps.
 
Was beinhaltet die Polyalert-Ausbildung?
 
Der Polyalert-Kurs ist auf zwei Ausbildungstage aufgeteilt. Am einen Tag werden die Grundlagen von Polyalert behandelt, am andern geht es um die Arbeit der Administratorinnen und Administratoren. Dieser zweite Tag richtet sich also speziell an all jene, die im Polyalert-System eine Administratorenrolle innehaben. Ziel der beiden Tage ist, auf alle Funktionen des Systems einzugehen, mit denen die Benutzerinnen und Benutzer vor Ort, auf Kantonsebene, zu tun haben, und die erworbenen Kenntnisse in einem völlig sicheren und vom übrigen Polyalert-System getrennten Ausbildungsumfeld umsetzen zu können.
 
Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern?
 
Wir bekommen sehr gute Feedbacks. Am häufigsten als besonders wertvoll erwähnt wird die Gelegenheit zum Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Kantonen beziehungsweise anderen Polizeikorps. Die Teilnehmenden können ins Gespräch kommen, sich absprechen und auch neue Wege finden, die Dinge anzupacken und Polyalert einzusetzen.
 
Eine Anekdote zeichnet das treffend nach: Am Tag nach einer von mir geleiteten Ausbildung musste eine Kursteilnehmerin eine Warnung veröffentlichen. Ich stellte fest, dass sie die im Kurs behandelten Themen gleich in aller Selbstverständlichkeit umsetzte. Teile davon hatte sie sogar noch mit einem Kursteilnehmer aus einem Nachbarkanton besprechen können. Das hat mich sehr berührt. Mitzubekommen, dass sich diese Ausbildung und die Gelegenheit zum Austausch über das Vorgehen in den Kantonen im Ernstfall ganz konkret und positiv auf die Sicherheit der Bevölkerung auswirkte, hat mich enorm gefreut. Genau in solchen Momenten zeigt sich in aller Deutlichkeit, wie sinnvoll und wichtig unser Einsatz als BABS-Instruktoren für die Partner des Bevölkerungsschutzes ist.
 
Welches sind die wichtigsten Erkenntnisse dieser Ausbildung?
 
Die wesentlichen Learnings betreffen vor allem die Funktionen, die den Teilnehmenden zur Verfügung stehen. Der Kurs ermöglicht, die ganze Bandbreite der Tools kennenzulernen, die den verschiedenen Anwenderinnen und Anwendern zur Verfügung stehen. Dies erweitert nicht zuletzt den Horizont. Man versteht dann besser, wie andere vorgehen, und erfasst genauer, welche Aufgaben einem Administrator, einer Redaktorin oder einem Beobachter zufallen.
 
Beim Grundlagenkurs, der allen Rollen des Polyalert-Systems offensteht (Administrator, Redaktor, Beobachter), stellen wir fest, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Administratorfunktion sich bereits gut auskennen. Sie lernen im Kurs vor allem zu verstehen, welchen Einfluss ihre Entscheidungen auf die Redaktorinnen und Redaktoren und die Beobachterinnen und Beobachter haben, die in ihrem Verantwortungsbereich tätig sind.
 
Welche Vorkenntnisse braucht es, um sich für die Ausbildung anzumelden, und in welchen Sprachen wird sie durchgeführt?
 
Der Kurs steht all jenen offen, die Polyalert anwenden, unabhängig von ihrer Rolle und ihrem Wissensstand. Er eignet sich deshalb sowohl für Einsteigerinnen und Einsteiger als auch für Experten und Expertinnen mit mehrjähriger Erfahrung. Entscheidend ist, dass die Ausgebildeten im Rahmen ihrer Funktion dann auch tatsächlich mit Polyalert arbeiten. Angeboten wird der Kurs auf Deutsch und auf Französisch, jeweils etwa zur selben Zeit im Jahr.
 
Das Kursangebot sowie die Kursdaten des BABS finden sich hier.

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Alertswiss Redaktion <![CDATA[Empfangsquote bei 75 Prozent]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=48865 2025-09-04T09:00:18Z 2025-09-04T09:00:17Z Zum staatlichen Bevölkerungsschutz gehören alljährliche Routinen: In der ganzen Schweiz heulen jeweils am ersten Mittwoch im Februar, nachmittags um halb zwei die Sirenen, um eine flächendeckende Alarmierung auszutesten. In Deutschland ist der Probealarm dagegen im Herbst terminiert. Der «Bundesweite Warntag» findet jeweils am zweiten Donnerstag im September statt. Wie bei uns werden auch im nördlichen...

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Zum staatlichen Bevölkerungsschutz gehören alljährliche Routinen: In der ganzen Schweiz heulen jeweils am ersten Mittwoch im Februar, nachmittags um halb zwei die Sirenen, um eine flächendeckende Alarmierung auszutesten. In Deutschland ist der Probealarm dagegen im Herbst terminiert. Der «Bundesweite Warntag» findet jeweils am zweiten Donnerstag im September statt. Wie bei uns werden auch im nördlichen Nachbarland nicht nur akustische Warnsignale erprobt.

Um die Bevölkerung vor einer Katastrophe frühzeitig zu alarmieren, haben die deutschen Sicherheitsorgane das modulare Warnsystem installiert. Warnsignale werden via Sirene, ausführlichere Meldungen aber über Rundfunk, TV und Mobilfunk verbreitet. Zu den spezifischen Alarm-Apps kam 2022 erstmals das digitale Warnsystem Cell Broadcast (CB) dazu.

Repräsentative Umfragen im Nachgang zu den vergangenen Warntagen ergaben eine hohe Empfangsquote. Drei von vier Bürgerinnen und Bürgern erhalten die CB-Warnung auf ihrem Handy. Zwei Jahre vorher, kurz nach Einführung, konnte knapp die Hälfte der Befragten erreicht werden. Diese positive Erkenntnis überrascht nur bedingt. Zum einen sind alle deutschen Netzbetreiber verpflichtet, ihre Mobilfunkantennen für die neue Cell Broadcast-Warntechnologie zur Verfügung zu stellen. Die gesetzlichen Grundlagen dafür wurden im Nachgang der Hochwasserkatastrophe in Ahrtal, im Sommer 2021, bundesweit geschaffen.

Zum anderen ist die Bevölkerung in Deutschland inzwischen gut über Cell Broadcast informiert: Mithilfe von Medienkampagnen und Social-Media-Posts wurde in den letzten drei Jahren wiederholt kommuniziert, wie das neuartige Alarmsystem funktioniert und wie Cell Broadcast auf dem Mobiltelefon empfangen wird. In der Regel weisen sie ihre Kundschaft einmal pro Jahr auf die Möglichkeit von Cell-Broadcast-Nachrichten hin.

Der Einführung dieses Warnkanals gingen mehrere Testphasen voraus, in denen neben den Mobilfunknetzbetreibern auch Endgerätehersteller eingebunden waren.

Den gesamten Artikel des BABS-Magazins finden Sie hier.

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Alertswiss Redaktion <![CDATA[Kommunikation im Falle eines nuklearen Ereignisses: Welche Lehren lassen sich aus der internationalen Zusammenarbeit ziehen?]]> https://blog.alertswiss.ch/?p=48743 2025-08-21T09:32:06Z 2025-08-21T09:32:06Z In einer Welt, in der jede Sekunde zählt, kann der richtige Umgang mit Information im Falle eines nuklearen Notfalls Leben retten. Die Nationale Alarmzentrale im Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) hat die Chance genutzt, an einer internationalen Konferenz der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) die Ereigniskommunikation im Fall von nuklearen Notfällen weiter zu optimieren. Die wichtigsten Erkenntnisse finden...

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In einer Welt, in der jede Sekunde zählt, kann der richtige Umgang mit Information im Falle eines nuklearen Notfalls Leben retten. Die Nationale Alarmzentrale im Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) hat die Chance genutzt, an einer internationalen Konferenz der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) die Ereigniskommunikation im Fall von nuklearen Notfällen weiter zu optimieren. Die wichtigsten Erkenntnisse finden Sie hier im Blog.

Die Rolle der IAEA im globalen Kontext

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) spielt eine zentrale Rolle im globalen Sicherheits- und Friedensmanagement im Bereich der Kernenergie. Sie wurde 1957 als autonome Organisation der Vereinten Nationen gegründet. Die IAEA hat die Aufgabe, die friedliche Nutzung von Kernenergie zu fördern und gleichzeitig die Verbreitung von Kernwaffen zu verhindern. Sie überwacht unter anderem Kernkraftwerke weltweit und stellt sicher, dass die Technologie nicht für militärische Zwecke missbraucht wird. Nebst anderen Aufgaben spielt die Organisation eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von nuklearen Notfällen und der Unterstützung von Ländern bei Aufgaben rund um die nationale Ereignisbewältigung.

Als Mitgliedstaat und Gründungsmitglied der IAEA (seit 1957) wurde auch die Schweiz eingeladen, am «Technical Meeting on Public Communication in Emergencies» teilzunehmen. Eine Mitarbeiterin des Geschäftsbereiches Nationale Alarmzentrale und Ereignisbewältigung (NEOC) im Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS), hat an der Konferenz teilgenommen und teilt hier im Blog die wichtigsten Erkenntnisse.

Das BABS und der Schutz der Bevölkerung in Notfällen

Das BABS ist das nationale Kompetenzzentrum für den Bevölkerungsschutz. Es sorgt für Grundlagen und Koordination, insbesondere in den Bereichen Risikoanalyse, Warnung und Alarmierung, Ausbildung, Telematik und Schutzinfrastruktur sowie ABC-Schutz und Abrüstung. Zusammen mit den Kantonen sowie weiteren nationalen und internationalen Partnern verfügt das BABS über Fähigkeiten, aktuelle Technologien und Infrastrukturen für die Bewältigung von Katastrophen und Notlagen.

Das Bundesamt betreibt die Einsatzorganisation Nationale Alarmzentrale (NAZ), welcher unter anderem bei einer Gefährdung durch erhöhte Radioaktivität eine spezielle Zuständigkeit zukommt. Beispielsweise informiert, warnt und alarmiert die NAZ die Bevölkerung und verbreitet Verhaltensempfehlungen und -anweisungen.

Ereigniskommunikation im Fokus: Die NAZ bei der IAEA

Die Teilnahme der Nationalen Alarmzentrale am «Technical Meeting on Public Communication in Emergencies» der IAEA stärkt die internationale Zusammenarbeit in der Ereigniskommunikation bei nuklearen Notfällen. Durch den Austausch mit globalen Expertinnen und Experten kann die NAZ ihre Kommunikationsstrategien optimieren und sicherstellen, dass sie im Ereignisfall schnell und effektiv reagiert, um die Bevölkerung wirksam zu schützen. Das Meeting ermöglicht eine internationale Kooperation auf operativer Stufe und einen wichtigen Austausch von Knowhow zwischen den Mitgliedstaaten.

Eckdaten und Erkenntnisse

Am Technical Meeting haben rund 60 Länder aller Kontinente teilgenommen. Die Woche fokussierte auf das Teilen sowohl von Expertise und Forschungsergebnissen als auch von operativem Wissen. Es wurden zahlreiche Use Cases zu lokalen Ereignissen vorgestellt und die wichtigsten Erkenntnisse mit den Teilnehmenden geteilt. In allen Referatenwurde stark unterstrichen, dass Ereigniskommunikation nicht ein «Nice to have» ist, sondern ein integraler Bestandteil einer Ereignisbewältigung darstellt. Nur mit verständlichen, zugänglichen und adressatengerechten Informationen der zuständigen Behörde kann sich die Bevölkerung im Ereignisfall richtig verhalten. Die NAZ publiziert in ihrem Kompetenzbereich bereits heute Meldungen über verschiedene Kanäle, um möglichst viele Personen zu erreichen. Für die Zukunft hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) im Jahr 2023 eine Multikanalstrategie entwickelt, die sich der künftigen Information, Warnung und Alarmierung der Bevölkerung annimmt. Darunter sollen Cell Broadcast eingeführt und die Meldungen in maschinenlesbarem Format zur Verfügung stehen. Mehr Informationen finden Sie hier: Multikanalstrategie zur Information, Warnung und Alarmierung der Bevölkerung.

Die Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) und die daraus potenziell resultierende Desinformation war ebenfalls ein zentrales Thema der Konferenz. Viele Staaten setzen in ihren täglichen Arbeiten verschiedene KI-Tools ein. Die NAZ braucht ebenfalls gewisse KI-Tools für Social Media und Medienmonitoring sowie für die Alertswiss App zur Übersetzung von Meldungstexten. Das Thema Desinformation soll in naher Zukunft bei der Überarbeitung des aktuellen Notfallplans integriert werden.

Am Technical Meeting wurde zudem auf Basis des Szenarios der ConvEx-3* eine Übung mit Fokus auf die Ereigniskommunikation durchgeführt. Auf einer realistischen Übungsplattform der IAEA mit fiktiven Medienberichten, Fake News und Social Media Accounts konnte in verschiedenen Teams die Ereigniskommunikation geübt werden. In Zukunft möchte die NAZ einen Einsatz der IAEA-Übungsplattform auch für interne Übungen prüfen.

Die NAZ bedankt sich herzlich bei der IAEA für die Möglichkeit zur Teilnahme an der Konferenz.

* ConvEx-3 sind gross angelegte Übungen der IAEA, die internationale Notfallmassnahmen und -kapazitäten für einen schweren nuklearen oder radiologischen Notfall über mehrere Tage hinweg testen.

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