27 Mai 2026

Nationale Risikoanalyse KNS 2025 – Bereich Gesellschaft

Pandemien, grosse Fluchtbewegungen, soziale Spannungen oder Terrorangriffe können das Leben in der Schweiz tiefgreifend verändern. Die nationale Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz» (KNS) 2025 zeigt, warum gesellschaftliche Gefährdungen uns alle betreffen und weshalb Vorsorge, Zusammenhalt und Vertrauen entscheidend sind, um Krisen gemeinsam zu meistern.

Gesellschaftliche Gefährdungen betreffen unseren Alltag

Gesellschaftliche Gefährdungen sind oft weniger präsent im öffentlichen Bewusstsein als Naturgefahren oder technische Ausfälle, ihre Auswirkungen reichen jedoch tief in den Alltag der Bevölkerung hinein. KNS 2025 analysiert Szenarien wie Pandemie, Andrang Schutzsuchender, Unruhen oder Anschlagszenarien mit unterschiedlichen Mitteln und macht deutlich, dass solche Ereignisse das Zusammenleben, die Versorgungssicherheit und das Vertrauen in staatliche Institutionen erheblich beeinträchtigen können (siehe Abbildung 1). Häufig entwickeln sich diese Krisen abrupt und verstärken sich durch gegenseitige Wechselwirkungen.

Gesellschaftliche Risiken lassen sich nicht vollständig verhindern, ihre Auswirkungen können jedoch deutlich reduziert werden. Gut vorbereitete Behörden, klare Zuständigkeiten und eingeübte Krisenabläufe sind ebenso wichtig wie eine informierte Bevölkerung. Wer weiss, wo verlässliche Informationen zu finden sind, und bereit ist, in schwierigen Situationen Verantwortung zu übernehmen und mit anderen zusammenzuarbeiten, leistet einen wichtigen Beitrag zur Krisenbewältigung.

Abbildung 1: Risikomatrix der mutwillig herbeigeführten Gefährdungen im Bereich Gesellschaft. Die drei Szenarien «Pandemie», «Tierseuche» und «Andrang Schutzsuchender» sind ebenfalls gesellschaftliche Gefährdungen, jedoch auf der Risikomatrix der nicht mutwillig herbeigeführten Gefährdungen aufgeführt: hier.

Lehren aus vergangenen Krisen

Die COVID-19-Pandemie hat verdeutlicht, wie stark gesellschaftliche Gefährdungen das tägliche Leben beeinflussen können – von Gesundheit und Wirtschaft bis hin zu Bildung, Arbeit, sozialen Kontakten und dem psychischen Wohlbefinden. KNS 2025 zeigt, dass ähnliche Belastungen auch künftig auftreten können, insbesondere wenn viele Menschen gleichzeitig auf Unterstützung angewiesen sind und Behörden, Gesundheitswesen sowie soziale Dienste an ihre Grenzen geraten. Entscheidend ist dabei das Vertrauen: Unsicherheit, Angst oder widersprüchliche Informationen können den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen, weshalb transparente Kommunikation, klare Entscheidungsprozesse sowie Solidarität, gegenseitige Rücksichtnahme und das Engagement der Bevölkerung zentrale Voraussetzungen für eine stabile Gesellschaft sind.

Geopolitische Spannungen als Quelle neuer Gefährdungen

Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie schnell sich die Sicherheitslage in Europa verändern kann. Der Angriff Russlands markiert einen Wendepunkt und macht deutlich, dass Konflikte heute nicht nur mit militärischen Mitteln geführt werden. Cyberangriffe, Desinformation, wirtschaftlicher Druck und politische Einflussnahme gehören ebenfalls dazu. Auch die Schweiz ist davon betroffen. Als stark vernetztes Land mit vielen internationalen Organisationen und zahlreichen kritischen Infrastrukturen, die auch für das Ausland relevant sind, ist die Schweiz ebenfalls verletzlich. Steigende Energiepreise, Inflation oder Fluchtbewegungen zeigen, dass geopolitische Krisen direkte Auswirkungen auch auf die Schweiz haben.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Bedeutung eines bewaffneten Angriffs auf die Schweiz gestiegen. Die Schweiz stärkt deshalb ihre Verteidigungsfähigkeit und den Schutz der Bevölkerung. Dabei geht es nicht nur um das Militär, sondern auch um die Stärkung der Fähigkeiten im Bevölkerungsschutz und die Verbesserung der Zusammenarbeit von Behörden, Einsatzorganisationen und weiteren Akteuren. Das in KNS 2025 beschriebene Szenario eines bewaffneten Konflikts zeigt, wie hybride Angriffe bis hin zu militärischer Gewalt die Versorgung, die Sicherheit und das tägliche Leben stark beeinträchtigen könnten (siehe Abbildung 2). Dieses Szenario dient nicht als Vorhersage, sondern soll sensibilisieren und helfen, die Schweiz besser auf mögliche Krisen vorzubereiten.

Abbildung 2: Schadenausmassdiagramm des Szenarios «Bewaffneter Konflikt» mit sowohl einer hybriden Vorphase sowie einer Bodenoffensive. Die Auswirkungen sind in allen gesellschaftlichen Bereichen tiefgreifend und bedürfen einer koordinierten Bewältigung zwischen Militär und Bevölkerungsschutz.

Fazit: KNS 2025 als gemeinsame Grundlage

Die nationale Risikoanalyse KNS 2025 hilft Bund, Kantonen und Gemeinden, mögliche Gefahren besser zu erkennen und sich darauf vorzubereiten. Doch eine resiliente Schweiz entsteht nicht nur durch Behörden und Fachstellen. Auch jede einzelne Person kann einen Beitrag leisten. Wer sich informiert, vorsorgt und in schwierigen Situationen andere Personen unterstützt, stärkt die Sicherheit für alle. Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe und Vertrauen sind besonders in Krisenzeiten wichtig. Wenn alle mithelfen, wird die Schweiz insgesamt resilienter und kann gesellschaftliche Risiken besser meistern.

Hier mehr Informationen, wie sich jede und jeder von uns auf Gefahren vorbereiten kann.

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