Übung EU MODEX 2026 und Umsetzung des Host-Nation-Support-Konzepts (HNS)
Vom 6. bis 9. Oktober 2026 fand die Übung EU MODEX Switzerland 2026 im Übungsdorf Epeisses (GE), in der Stadt Genf und auf dem Militärflugplatz Payerne (VD) statt, um die internationale Zusammenarbeit im Katastrophenfall zu testen. Das Szenario von EU MODEX Switzerland 2026 war ein starkes Erdbeben, das in den Kantonen Genf, Waadt und Freiburg sehr schwere Schäden verursacht hatte. Auf Ersuchen der kantonalen Behörden und der Nationalen Alarmzentrale forderte der Bundesrat über den EU-Katastrophenschutzmechanismus (UCPM) internationale Hilfe an. Zudem wurde das Konzept des Host Nation Support (HNS) umgesetzt.
An der EU MODEX Switzerland 2026 war das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) für den Betrieb der Standorte sowie, in Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden, insbesondere für die Ausarbeitung des Übungsszenarios, die Bereitstellung und den Betrieb der Übungsstandorte sowie die Registrierung der internationalen Teams verantwortlich. Die Zusammenarbeit zwischen dem BABS und den zuständigen Stellen der Kantone Genf und Waadt sowie des Bundes verlief gut.
Eine beispiellose Übung in der Schweiz
Ziel der Übung war, die Interoperabilität und die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzmodule in einem Gastland zu testen. Die Schweiz war für den reibungslosen Ablauf der Übung, die Koordination zwischen den Behörden sowie die logistische Unterstützung zuständig.
Es war das erste Mal, dass die Schweiz eine solche Übung organisiert und ausgerichtet hat. Angesichts der internationalen Sicherheitslage gewinnt die zwischenstaatliche Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung. Wie wichtig diese ist, zeigte sich nach dem tragischen Brand in Crans-Montana am 1. Januar 2026: Der UCPM half der Schweiz entscheidend dabei, Dutzende von Patientinnen und Patienten in spezialisierte Spitäler im Ausland zu verlegen, und trug so zur Rettung zahlreicher Leben bei.

Die Bedeutung des Host-Nation-Support-Konzepts (HNS)
Host Nation Support (HNS) meint alle Unterstützungsleistungen, die ein Gastland ausländischen zivilen oder militärischen Einsatzkräften gewährt. Ziel dieser Leistungen ist es, nach einer Katastrophe rasch und wirksam Hilfe sowie Schutz für die betroffene Bevölkerung zu gewährleisten.
«Host Nation Support stellt die rasche, koordinierte und wirkungsvolle Einbindung internationaler Einsatzkräfte in das nationale Ereignismanagementsicher und trägt damit entscheidend zum Erfolg von Hilfs- und Katastropheneinsätzen bei.»
Urs Bächtold, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Verantwortlicher des RDC (Reception and Departure Centre), Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS)
Das Konzept hat zum Ziel, die Voraussetzungen, Abläufe und Verantwortlichkeiten bei Ankunft und Einsatz der internationalen Einsatzkräfte in der Schweiz festzulegen sowie rasche und koordinierte Hilfe und Schutz für die betroffene Bevölkerung zu gewährleisten. Das Konzept umfasst fünf Schritte:
1. Im Schritt „Entscheid“ wird über internationale Hilfe auf Stufe Bundesrat entschieden.
2. Im Schritt „Eintritt“ in die Schweiz treten die internationalen Kräfte über die Grenze, werden registriert und vorbereitet.
3. Im Schritt „Verschiebung in der Schweiz“ bewegen sich die internationalen Kräfte nach nationalen Vorgaben in der Schweiz.
4. Im Schritt „Einsatz“ werden die internationalen Kräfte dem Leistungsbezüger zugeführt und von diesem zum Einsatz gebracht.
5. Im Schritt „Austritt aus der Schweiz“ verlassen die internationalen Kräfte die Schweiz.
Fazit
Mit der Übung EU MODEX Switzerland 2026 wurde die Wichtigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen den Kantons- und Bundesbehörden einmal mehr deutlich. Zudem zeigte die Übung, dass der Erfolg von Hilfseinsätzen und der Katastrophenbewältigung von einer gelungenen Einbindung der internationalen Einsatzkräfte abhängt.
Link zu den Unterlagen: EU MODEX Switzerland 2026


