Eine Lupe zeigt einen Text mit den Buchstaben FAKE
22 Juni 2022

Wie Sie Desinformation erkennen

Nicht alles, was wir zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine sehen, ist echt. Falschnachrichten werden gezielt auf Social Media, in Messenger-Apps sowie in sogenannten «Alternativmedien» gestreut. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie Desinformation erkennen und wie Sie damit umgehen können.

Was ist Desinformation?

Als Desinformation wird das Teilen und Verbreiten von falscher oder irreführender Information (Falschinformation) verstanden. Mittels gezielten Desinformationskampagnen wird versucht, Verunsicherung bei der Bevölkerung zu schaffen sowie das Vertrauen in bewährte Institutionen und bestimmte Personen zu verringern. Unterschiedliche Akteure wie z.B. ausländische Nachrichtendienste, politische Parteien oder Lobbys können sie als Mittel einsetzen, um gesellschaftliche Meinungen in eine gewünschte Richtung zu lenken und ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Desinformationskampagnen sind kein neues Phänomen. Im Kalten Krieg zum Beispiel verbreiteten die involvierten Staaten irreführende Informationen, Fälschungen oder Propagandamaterial. Heuzutage ist Desinformation primär ein Phänomen in der digitalen Welt. Falschmeldungen werden aber nicht auf allen Plattformen gleich verbreitet: In der Schweiz werden diese vor allem auf Social Media Plattformen wie YouTube und auf Facebook verbreitet – aber auch auf Messengerdiensten wie WhatsApp oder Telegram, die teilweise nicht öffentlich sind.

Gemäss dem Bericht über Desinformationen in der Schweiz 2021 des Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation BAKOM nehmen Schweizerinnen und Schweizer Desinformation als ernsthaftes Problem wahr. Am gravierendsten betrachten sie das Problem im Kontext von Krisen wie der Covid-19-Pandemie. Auch nicht alles, was wir zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine sehen, ist echt. Zahlreiche manipulierte Fotos, Falschaussagen, staatliche Propaganda und sogar Deepfake-Videos werden auf Social Media, in Messenger-Apps sowie in sogenannten «Alternativmedien» verbreitet.

Deep Fakes

Durch den technologischen Fortschritt sind Falschinformationen in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen im Netz zu finden. Bekannte Beispiele der visuellen Desinformation sind sogenannte Deepfakes. Deepfakes sind veränderte oder gefälschte Medieninhalte wie Videos, Bilder oder Audioaufnahmen, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz bzw. Deep-Learning Methoden manipuliert wurden.

Wie erkenne ich Desinformation?

Desinformation oder Falschinformation erkennen Sie daran, indem Sie sich folgende Fragen stellen:

Über welchen Weg haben Sie die Information erhalten?

  • Ist ersichtlich wer die Informationen verbreitet? Online ist es besonders einfach seine Identität zu verbergen. Es gilt, nicht nur die Urheberin einer Meldung, sondern auch jene, die die Meldung verbreiten, genauer zu betrachten
  • Bleiben Sie auch bei Informationen aus Ihrem Umfeld kritisch. Grundsätzlich ist es sehr wahrscheinlich, dass aufgrund des Vertrauens im eigenen Bekanntenkreis Fakten weniger überprüft werden.
  • Eine bessere Platzierung bei den Suchresultaten (z.b. Google) ist keine Garantie für die Qualität.

Wo ist die Information veröffentlicht?

  • Stammt der Inhalt von einem Blog, einem Social-Media-Account, einem Online Newsportal, einer Institution?
  • Sind die Angaben der Verantwortlichen einer Website ersichtlich? Bei Websites ist ein Impressum mit Adressangaben gesetzlich vorgeschrieben.
  • Seit wann postet ein Social Media Profil Inhalte? Bestimmte Verhaltensmuster von Social-Media-Accounts können Hinweise für automatisierte Posts von Social Bots sein. Beispielsweise wenn ein Account erst seit kurzem oder in bestimmter Regelmässigkeit, zu jeder Tages- oder Nachtzeit sowie nur zu einem bestimmten Thema aktiv ist oder sehr häufig postet.

Social Bots

Automatisierte Social-Media-Accounts werden regelmässig für die Verbreitung von Desinformation verwendet. Als Social Bots werden automatisierte Programme bezeichnet, die z. B. auf bestimmte Hashtags mit einer vorab programmierten Antwort reagieren und bestimmte Inhalte in Sozialen Medien teilen. Sie wirken wie übliche Benutzerkonten von Personen oder Unternehmen mit einem Profilbild, Beiträgen und einem interaktiven Netzwerk.

Wer hat den Beitrag erstellt?

  • Handelt es sich um die Aussage einer privaten Person oder wurde sie von einer öffentlichen Quelle gemacht, wie einer staatlichen Institution, einer Organisation oder den Medien? Ist die Autorin oder der Autor identifizierbar? Es ist wichtig einzuordnen, wer einen Inhalt verfasst hat, in welchem Kontext er entstanden und an welche Zielgruppe er gerichtet ist.
  • Hat die Autorin oder der Autor einen persönlichen Bezug zum Thema?
  • Hat die Autorin oder der Autor ein bestimmtes Interesse mit dem Erstellen oder dem Teilen des Inhalts (hat sie/er etwas zu gewinnen oder zu verlieren, verfolgt sie/er ein bestimmtes Ziel)?

Was ist der Inhalt und wie wird er präsentiert?

  • Werden mehrere Aspekte oder Blickwinkel thematisiert? Bei einer ausgewogenen Berichterstattung über ein Thema sollten mehrere Seiten zu Wort kommen. Dabei werden Aussagen beispielsweise durch wissenschaftliche Daten, durch ausgewiesene Expertinnen und Experten, überprüfbare Ereignisse, vertrauenswürdige/öffentliche Medien belegt.
  • Gibt es relevante Quellen und sind diese überprüfbar?
  • Verlassen Sie sich nicht nur auf die Optik einer Website, da ein seriös wirkender Webauftritt gefälscht werden kann. Überprüfen Sie im Zweifelsfall die URL oder den Namen eines Anbieters durch eine Internet-Recherche.

Wie gehe ich mit Desinformation um?

Lesen Sie immer den ganzen Beitrag und beschränken Sie sich nicht nur auf den Titel, das Bild oder das Video. Wenn Ihnen der Inhalt verdächtig vorkommt, versuchen Sie, die Aussage durch andere Informationen oder Artikel zu überprüfen. Es lohnt sich zudem, Zeit in eine Recherche zu investieren, verschiedene Suchergebnisse anzuschauen und diese miteinander zu vergleichen.

Wenn Sie Desinformation auf Online-Plattformen entdecken oder den Verdacht haben, dass es sich um Desinformation handelt, sollten Sie die Meldung nicht an ihr Umfeld weiterleiten – auch nicht mit einem Falschmeldungshinweis. Interaktionen mit dem Post (Liken, Kommentieren und Teilen) erhöhen die Reichweite des Posts.

Falls Sie auf Desinformation stossen, melden Sie es – auch im Zweifelsfall – dem Betreiber der Website, der Social-Media-Plattform oder bei folgender Bundesstelle: https://www.report.ncsc.admin.ch/de/

Offizielle Informationen auf Alertswiss

Falls für die Bevölkerung in der Schweiz eine konkrete Gefahr im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg besteht, geben die Behörden die Verhaltensanweisungen über Radio und Alertswiss bekannt. Wir empfehlen daher, die Alertswiss-App auf Ihrem Smartphone zu installieren. Die angezeigten Meldungen stammen von den offiziell zuständigen Behörden. Diverse Sicherheitsmassnahmen stellen sicher, dass die Meldungen nur von den autorisierten Absendern stammen.

Falls Sie die Alertswiss-App noch nicht installiert haben, laden Sie die App hier herunter. Die Alertswiss-App gibt es kostenlos für IOS und Android.

Weitere Informationen

Dieser Beitrag basiert auf den Informationen über Desinformation auf ch.ch.

ch.ch ist das Infoportal der Schweizer Behörden.

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Kommentar (1)

  1. Germaine Läuppi sagt:

    Diese App ist grossartig,Danke!Nur schade,dass sie niemand kennt.Der Bund müsste ev.bei Abstimmungen einen Flyer beilegen,oder über SRF über längere Zeit darauf hinweisen.
    Es grüsst sie freundlich G.Läuppi
    .

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