19 Juni 2026

Nationale Aeroradiometrie-Kampagne: Erfolgreiche Durchführung und spannende Erkenntnisse

Vom 15. bis 18. Juni 2026 hat die Nationale Alarmzentrale (NAZ) des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS) ihre jährlichen aeroradiometrischen Messflüge durchgeführt. Die Aeroradiometrie beschreibt die Messung von Radioaktivität aus der Luft. Die Flüge fanden in der ganzen Schweiz statt und haben spannende Erkenntnisse geliefert.

Die Aeroradiometrie-Messwoche hat seit vielen Jahren einen fixen Platz im Kalender der Nationalen Alarmzentrale (NAZ). Nebst den Schweizer Kernanlagen, welche im Auftrag des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) im Zweijahresrhythmus aeroradiometrisch untersucht werden, werden immer wieder andere Gebiete in der Schweiz überflogen.
Die jährlich stattfindenden Flüge dienen dazu, die Einsatzbereitschaft des Aeroradiometrie-Teams und seiner Ausrüstung sicherzustellen sowie Referenzdaten zur Radioaktivität in verschiedenen Regionen der Schweiz zu erheben.

Das vielfältige Programm startete in diesem Jahr mit Messflügen über das geologisch interessante Gotthardmassiv. Am zweiten Tag der Messwoche wurden Messungen in bewohnten Gebieten rund um Baar (ZG) – Wädenswil (ZH) – Einsiedeln (SZ) sowie über dem Zugersee durchgeführt. Messflüge über grösseren Gewässern ermöglichen es, die nicht-terrestrischen Anteile der Radioaktivität zu bestimmen, da das Wasser den terrestrischen Anteil grösstenteils abschirmt.
Am Mittwoch hat das Standardmessprogramm im Auftrag des ENSI in der Umgebung des KKW Beznau (AG), KKW Leibstadt (AG), Zwischenlager Würenlingen (ZWILAG) und Paul Scherrer Institut (PSI) stattgefunden. Zum Abschluss der Woche fanden technische Messflüge über «Chrüz» im Prättigau (Region Schiers-Küblis) sowie in einem kleinen Gebiet zwischen Kreuzlingen und Weinfelden (TG) statt.

Die Bevölkerung wurde mittels Alertswiss-Meldungen über die Messflüge und die genauen Gebiete informiert.

Wichtigste Erkenntnisse der Übung Aeroradiometrie 2026

  1. Für alle Messgebiete konnten radiologische Messkarten erstellt werden. Es wurden keine unerwarteten Werte festgestellt.
  2. Mit dem Messflug im Gebiet «Baar (ZG) – Wädenswil (ZH) – Einsiedeln (SZ)» konnten Referenzwerte erhoben werden und damit eine weitere Lücke in dicht besiedelten Gebieten geschlossen werden.
  3. Der Ausbildungs- und Trainingsstand der Messspezialisten, Techniker und Piloten der Aeroradiometrie-Equipe ist hoch.
  4. Für Detailauswertungen und die Erarbeitung von Erkenntnissen erwies sich die Expertise des Paul Scherrer Instituts sowie des Kompetenzzentrums ABC-KAMIR als sehr wertvoll. Dank dieser Zusammenarbeit konnte das ARM-Team viel lernen und ihre Prozesse weiter optimieren.

Den vollständigen Übungsbericht und alle Erkenntnisse finden Sie hier (deutsch). Die französischen und italienischen Übersetzungen folgen in Kürze.

Die Kampagne im medialen Echo

Während der Messwoche sind etliche Artikel in Print- und Onlinemedien erschienen. Spannende Hintergrundinformationen zu den Messflügen und warum diese Übungen wichtig sind, wird im Podcast „Durchblick“ erläutert: Bundesamt misst Radioaktivität mit Spezialflügen – Blick.

Radioaktivität aus der Luft erfassen

Die Aeroradiometrie beschreibt die Messung von Radioaktivität aus der Luft. Sie ermöglicht es, innert kurzer Zeit ein Gesamtbild der radiologischen Lage zu gewinnen und die radiologisch gefährlichen Gebiete zu identifizieren, um auf dieser Grundlage die Messstrategie am Boden zu planen und zu priorisieren. Bei einem Einsatz wird ein Super Puma Helikopter der Schweizer Luftwaffe mit der nötigen Technik ausgerüstet, um aus der Luft radioaktive Strahlung in Bodennähe mit hoher Empfindlichkeit messen zu können. Das System ist nach einem Aufgebot innert weniger Stunden einsatzbereit. Zur Erstellung einer lückenlosen Radioaktivitätskarte fliegt der Helikopter in der Regel in rund 90 m Höhe über dem Boden in parallelen Bahnen von 250 m Abstand. Die Messwerte werden in Sekundenschritten erfasst.

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