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Grafikdarstellung der 6 Erdbebenpropheten
6 September 2017

Wann kommt das nächste Erdbeben?

Weltweit sind Wissenschaftler seit Jahrzehnten auf der Suche nach verlässlichen Zeichen, die ein kommendes Erdbeben ankündigen. Trotz anekdotischen Erfolgsgeschichten hat sich bisher keiner der häufig diskutieren «Erdbebenpropheten» als ausreichend verlässlich erwiesen. Seismische Daten helfen aber dabei, die Frage nach dem nächsten Beben näherungsweise zu beantworten.

Alleine in der Schweiz werden jährlich zwei- bis dreitausend Gigabyte seismischer Daten beim Schweizerischen Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich gesammelt, ausgewertet und archiviert. Aus diesen lassen sich bestimmte Muster herauslesen, die es ermöglichen, Aussagen über die Grössenverteilung und die räumliche Verteilung von Erdbeben zu machen. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Gefährdungsabschätzung und um die genauen Ursachen und Mechanismen von Erdbeben zu erforschen. Eine schnelle Auswertung von seismischen Daten ermöglicht es zudem, sogenannte Erdbebenfrühwarnsysteme zu betreiben. Erdbebenwellen breiten sich weniger rasch aus als elektromagnetische Wellen. Dies erlaubt, weiter entfernte Gebiete zu warnen, sobald einige seismische Stationen ein Beben in ihrer Nähe registriert haben.

Grafikdarstellung der 6 Erdbebenpropheten
Weder Erdbebenwolken noch erhöhte Radonkonzentrationen, seismische Ruhen, elektromagnetische Signale, Supermonde oder Tiere haben sich bisher als verlässliche Vorboten für Erdbeben erwiesen (von links oben nach rechts unten). ©SED

Wann das nächste Erdbeben kommt, kann leider nicht vorhergesagt werden. Mithilfe von seismischen Daten kann diese Frage aber näherungsweise beantwortet werden. Die Besucher der Scientifica 2017 (Thema „Was Daten verraten“) erhielten vom 1. bis 3. September am Stand des Schweizerischen Erdbebendienstes die Gelegenheit, die am häufigsten diskutierten „Erdbebenpropheten“ kennenzulernen.

Der Stand des Schweizerischen Erdbebendienstes an der Scientifica
Am Stand des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) konnte man an einer Erdbeben-Erkundungstour teilnehmen. ©SED

Gezeigt wurde auch, wie seismische Daten gesammelt, ausgewertet und dargestellt werden, beispielsweise in Form von Erdbebengefährdungskarten.

Eine Schweizer Karte, auf der die Erdbebengefährdungsgebiete eingezeichnet sind.
Die Erdbebengefährdungskarten bilden die Werte für die durch Erdbeben ausgelösten horizontalen Beschleunigungen ab, die in einem bestimmten Zeitraum an einem gewissen Ort auftreten können. Auf der Karte sind die möglichen Beschleunigungen auf einem homogenen Referenzfels angegeben. ©SED
  • Weitere Informationen zum Thema Erdbeben in der Schweiz finden Sie auf der Website des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).
  • Auf dem Twitterkanal @seismoCH_D erfahren Sie umgehend, wenn sich in der Schweiz oder im grenznahen Ausland ein Erdbeben mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser ereignet hat.

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