Sprachbarrieren überwinden: Die Alertswiss-App unterstützt nun auch die Leichte Sprache
Die Bevölkerung kann über die Alertswiss-App neu in Leichter Sprache informiert, gewarnt und alarmiert werden. Diese neue Funktionalität, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) eingeführt wurde, ermöglicht die Verbreitung von Informations-, Warn- und Alarmmeldungen, die für Menschen mit Leseschwierigkeiten besser verständlich und zugänglicher sind. Die Einführung der Leichten Sprache erfolgt im Rahmen der Strategie des BABS, die Barrierefreiheit der Alertswiss-Kanäle zu verbessern.
Diese neue Funktionalität wurde im Rahmen des 2022 gestarteten Projekts „Inclusive Information and Communication Technologies“ (IICT) unter der Leitung der Universität Zürich entwickelt und dank einer gut funktionierenden Zusammenarbeit mit mehreren Partnern erfolgreich umgesetzt.
Den Bevölkerungsschutz durch Barrierefreiheit stärken
Das BABS verfolgt das Ziel, dass die Informations-, Warn- und Alarmsysteme für die Bevölkerung bei drohender Gefahr und im Ereignisfall für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind. Die Zielgruppe der Leichten Sprache umfasst in der Schweiz etwa 800 000 Personen. Das Ziel, die Zugänglichkeit sicherzustellen, ist im Artikel 9, Absatz 5 des Bundesgesetzes über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz (BZG) festgehalten.
Alertswiss informiert, warnt und alarmiert seine Nutzerinnen und Nutzer mittels Push-Meldungen bei bevölkerungsschutzrelevanten Ereignissen. Durch die Bereitstellung von Meldungen in Leichter Sprache optimiert die Alertswiss-App die Information, Warnung und Alarmierung der Bevölkerung. Gemäss der Multikanalstrategie zur Information, Warnung und Alarmierung der Bevölkerung bieten die Alertswiss-App und die Alertswiss-Website das grösste Potenzial für die Bereitstellung barrierefreier Inhalte.
Entwicklung in enger Zusammenarbeit
Die Integration der Leichten Sprache in der Alertswiss-App erfolgte im Rahmen des Projekts „Inclusive Information and Communication Technologies“. Ziel des Projekts war die Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Kontext von Menschen mit Behinderungen. Das Projekt umfasste mehrere Teilprojekte, darunter die Vereinfachung von Texten. Das von Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, finanzierte Projekt wurde vom Institut für Computerlinguistik der Universität Zürich (UZH) geleitet.
Es umfasste sechs Partner, darunter das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS), das Kompetenzzentrum für Leichte Sprache des Bundes (KLS) und den Lehr- und Forschungsbereich Barrierefreie Kommunikation der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Das Unternehmen capito.ai hat ein Tool entwickelt, mit dem bestimmte Teile einer Alertswiss-Meldung für Deutsch, Französisch und Italienisch automatisch in Leichter Sprache übersetzt werden können.
Tests mit der Zielgruppe
Für eine erfolgreiche Umsetzung war es entscheidend, die neue Funktionalität direkt mit der Zielgruppe zu testen – nach dem Grundsatz «Nichts über uns ohne uns». Sieben Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen prüften einen Prototyp der Alertswiss-App für iOS und Android. Dabei wurden sowohl die Verständlichkeit der Texte als auch die Bedienbarkeit der App untersucht. Die Testpersonen richteten die App ein, öffneten Meldungen und gaben wichtige Informationen und Verhaltensempfehlungen in eigenen Worten wieder.
Die Tests bestätigten, dass die App insgesamt gut verständlich und benutzerfreundlich ist. Gleichzeitig zeigten sie, an welchen Stellen Texte, Berechtigungsabfragen und Bedienungselemente noch verbessert werden mussten. Diese konkreten Rückmeldungen flossen in die Optimierung ein. Damit wurde sichergestellt, dass die Funktionalität nicht nur technisch funktioniert, sondern von den Menschen, für die sie entwickelt wurde, möglichst selbstständig und sicher genutzt werden kann.


