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Menschen in einem Seminar.
19 Juni 2017

NAZ-Pikett: Mit Bewährtem und Neuem zu einer professionellen Ausbildung

Als permanente Ansprechstelle ist das Pikett fest in der NAZ und ihren Prozessen verankert. So nimmt die pikettleistende Person Ersteinschätzungen von eingehenden Meldungen zu radiologischen, biologischen, chemischen und technischen Fällen vor. Diese Ersteinschätzung dient dem NAZ-Pikett als Grundlage für das weitere Vorgehen, das von der Einberufung eines Kernteams bis hin zum Aufgebot der ganzen Belegschaft reicht. Entsprechend wichtig ist daher die Ausbildung der Pikettleistenden. Aufgrund von personellen Veränderungen hat die Anzahl der NAZ-Piketts in den vergangenen Jahren einen kritischen Stand erreicht. Da der Bedarf an einer Weiterentwicklung der Pikett-Ausbildung bereits erkannt war, wurde das neue Konzept mit der Ausbildung von neuen Piketts gerade eingeführt.

Neues Ausbildungskonzept

Flurin Simeon-Babuin, Mitarbeiter im Bereich Operationen und selber NAZ-Pikett und -Einsatzleiter, hat sich dieser Aufgabe angenommen. Im Zentrum dieses Konzepts steht der Praxisbezug in der gesamten Ausbildung. So soll in sämtlichen Teilen der intensiven, knapp einjährigen Ausbildung neben der notwendigen Theorie anhand von Fallbeispielen der Bezug zur Praxis vermittelt werden. Die verschiedenen Themenbereiche der Ausbildung werden von den Zuständigen der jeweiligen NAZ-Bereiche selber vermittelt, um die fachliche Tiefe zu garantieren. Daneben sind Partnerbesuche ebenso Teil der Ausbildung wie Recherche-Arbeiten und das regelmässige Durchexerzieren von Prozessen. Ebenfalls wurde bei der Gestaltung der Pikettausbildung Wert auf neue, unterschiedliche Unterrichtsformen gelegt. Wo nötig, wird weiterhin auf Frontalunterricht gesetzt, doch sollen vermehrt auch Video-Podcasts, kleinere Einsatzübungen, Rollenspiele und Gruppenarbeiten eingesetzt werden.

Das Team um Einsatzleiter Flurin Simeon-Babuin (Mitte) während der Gesamtnotfallübung 2015.

Radioaktivität als Spezialfall

In der überarbeiteten Pikettausbildung der NAZ spielt das Thema Radioaktivität eine besondere Rolle. Wie bisher werden von sämtlichen angehenden NAZ-Piketts vertiefte Kenntnisse im Bereich Strahlenschutz verlangt. Diese Kenntnisse werden in zwei Kursen am Paul-Scherrer-Institut (Sachkunde Strahlenschutz und Sachverstand Strahlenschutz) erlangt und anschliessend im Abstand von mindestens fünf Jahren aufgefrischt. Die Strahlenschutzkurse dienen nicht nur als Berührungspunkt mit der komplexen Materie, sondern ermöglichen auch die Ersteinschätzung von Meldungen zu Ereignissen mit Verdacht auf erhöhte Radioaktivität.

Abschlussprüfung

Eine wichtige Neuerung stellt der offizielle Abschluss der Pikettausbildung dar. Zum ersten Mal haben angehende NAZ-Piketts eine Schlussprüfung zu bestehen, bevor sie als eigenständige Piketts eingesetzt werden. Wie schon in der Ausbildung steht auch an der Abschlussprüfung eine Mischung aus Theoriefragen und Praxis an, wobei die angehenden Pikettleistenden nicht nur auf das erworbene Theoriewissen zurückgreifen müssen, sondern auch auf die zahlreichen Praxismodule, Rollenspiele und Einsatzübungen. Selbstverständlich sind Pikettleistende auch nach bestandener Prüfung nicht auf sich allein gestellt, sondern können jederzeit Zweit- und Drittmeinungen zu allfälligen Entscheiden einholen.
Die Neuausrichtung der Pikettausbildung bringt mehr Struktur und Innovation mit sich, ist aber sowohl für die Ausbildner wie auch die Auszubildenden sehr zeitintensiv. Sie führt die angehenden Piketts jedoch systematischer und detaillierter in ihre zukünftigen Aufgaben ein und bereitet sie somit besser auf den Pikettalltag vor. Die neue Pikettausbildung ist somit eine Investition in den einzelnen Mitarbeitenden, von dem im Einsatz viel abverlangt wird. Darüber hinaus legt sie den Grundstein für ein NAZ-übergreifendes, standardisiertes Vorgehen im Einsatz, das von allen Mitarbeitenden der NAZ gelebt und so zu einer eigenen Einsatzkultur werden soll.

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