Portalmonitor
16 Oktober 2018

Beratungsstelle Radioaktivität: Gemeinsame Übung von Bund, Kanton und Zivilschutz NIDAU plus

Am 5. Oktober 2018 nahmen rund 230 Personen an einer gemeinsamen Übung von Bund, Kanton und Zivilschutz NIDAU plus teil. Ärzte, Zivilschutz und Spezialisten des Bundes haben in der Mehrzweckanlage Port den Betrieb einer Beratungsstelle Radioaktivität simuliert. Also eine Anlaufstelle, wo sich die Bevölkerung bei radiologischen Ereignissen informieren und auf Kontamination untersuchen lassen kann.

Radioaktivität – dieser Begriff löst oftmals Verunsicherung oder gar Angst aus. Was, wenn es in einem Kernkraftwerk zu einem Zwischenfall kommt? Bin ich mit Radioaktivität in Berührung gekommen? Falls ja, wie schlimm ist es? Und wie geht es weiter? Um solche Fragen zu beantworten und zugleich Spitäler und Arztpraxen zu entlasten, können die Behörden im Ereignisfall den Aufbau von Beratungsstellen veranlassen. Der Kanton ist in der Folge verantwortlich für den Aufbau und den Betrieb, beides fällt auch in den Aufgabenbereich des Zivilschutzes.

Im Kanton Bern ist ein möglicher Standort die Mehrzweckanlage Port. Um die Abläufe zu überprüfen, haben der Kanton Bern sowie die Zivilschutzorganisation (ZSO) NIDAU plus in Zusammenarbeit mit dem Bund eine Beratungsstelle eingerichtet und deren Betrieb geprobt.

Rund 100 Personen liessen sich am Portalmonitor scannen und je nach Resultat durch unterschiedliche Module schleusen. Bei diesem Vorgang wurden sie untersucht, informiert und bei Bedarf dekontaminiert. Hierfür standen neben den ABC-Spezialisten des Zivilschutzes und dem Careteam das Kantons Bern auch Fachleute des Bundes im Einsatz, die mit Ausrüstung und mobilen Laborwagen vor Ort waren. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil war die individuelle Betreuung und medizinische Beratung der Betroffenen.

«Unser Ziel war, dass die Zivilschützer die Arbeitsabläufe anhand einer praxisnahen Übung einstudieren können», zieht Einsatzleiter Julian Cancino von der Kantonalen Zivilschutzformation ein positives Fazit. «Nun werden wir die Abläufe optimieren und sind gewappnet, wenn im Ernstfall 1000 Personen pro Tag die Beratungsstelle aufsuchen.» Im Sinne dieser Optimierung wurde die Übung von Experten bewertet und dokumentiert. Im Nachgang soll so ein Leitfaden entstehen, von dem auch andere Beratungsstellen profitieren können. Ausserdem hat eine Filmcrew die Übung für ein späteres Schulungsvideo begleitet. Dies im Auftrag der Nationalen Alarmzentrale (NAZ), die das Projekt der Beratungsstellen Radioaktivität auf Bundesebene koordiniert.

Marcel Roost, Kommandant der ZSO NIDAU plus, ist zufrieden mit dem Ablauf der Übung. «Nicht zum ersten Mal haben wir erfolgreich mit anderen Zivilschutzorganisationen und den Behörden zusammengearbeitet», freut er sich. «Und wir sind auch ein wenig stolz, unsere moderne Infrastruktur für solche nationalen Projekte zur Verfügung stellen zu können.»

Im Jahr 2007 wurde der Gemeindeverband NIDAU plus gegründet, um eine schlanke und moderne Zivilschutzorganisation auf die Beine zu stellen. Das Verbandsgebiet umfasst um die 31’000 Bewohnerinnen und Bewohner, verteilt auf elf Gemeinden im Seeland. Seit ihrer Feuertaufe kurz nach ihrer Gründung, als sie bei Hochwasser im Einsatz stand, gehört sie zu den modernsten Organisationen des Kantons und operiert zugleich effizient und kostengünstig. Die elf Verbandsgemeinden sind Aegerten, Bellmund, Brügg, Ipsach, Nidau, Orpund, Port, Safnern, Scheuren, Schwadernau und Studen.

Weitere Informationen:

https://www.zso-nidau-plus.ch/beratungsstelle-radioaktivitaet/

 

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